Große Mobilitätsparade als Start für Kampagne
Laut, bunt und kreativ: So zogen rund 600 Grazer*innen vom Schillerplatz über Merangasse und Elisabethstraße zur Oper. Dort wurden die 12 Forderungen präsentiert, um die jetzt eine groß angelegte Kampagne startet.

Den Auftakt machte am Schillerplatz Prof. Aglaee Degros, Leiterin des Instituts für Städtebau an der TU Graz. Sie zeigte am Beispiel der Technikerstraße, was falsch läuft in der Grazer Verkehrspolitik: Zwei schmale Gehwege, ein sehr schmaler Radweg, aber dafür zwei Parkspuren für Autos. Ihr Vorgänger hätte bereits 1988 gefordert, das zu ändern - passiert sei wenig.

Roman Heider von System Change, not Climate Change stellte den größeren Kontext her - von der Klimabewegung, die weltweit immer mehr Zulauf gewinnt, über österreichweite Themen wie Tempo 140 bis hin zur Verkehrspolitik in Graz, wo für Plabutschgondel und Augartenbucht Geld vorhanden ist, nicht aber für einen umfassenden Ausbau der Radwege.

Danach ging es über Merangasse und Elisabethstraße zur Oper. 25 Gehzeuge bildeten den Anfang, gefolgt von Grazamba und rund 600 Grazer*innen mit Transparenten, Kostümen, Lastenrädern, Kinderwägen, Scootern, Skateboards. "Was hilft gegen Lärm und Stau?" rief Moderator Florian Supé zwischendurch in die Menge. "Radwege und Bim-Ausbau!" hallte es zurück.

Heidi Schmitt von der Radlobby ARGUS Steiermark betonte, dass der Umstieg aufs Rad für alle Verkehrsteilnehmer*innen Vorteile bringt. 2 km Straße beim Südgürtel hätten 120 Mio. Euro gekostet - so viel sei insgesamt noch nicht für den Radverkehr in der Steiermark ausgegeben worden. Möglicherweise sei aber einfach zu wenig Profit damit zu machen.

Den Abschluss machte mit Christian Kozina einer der Initiatoren. Er forderte für Graz bis 2030 ein sozial gerechtes und ökologisch nachhaltiges Mobilitätssystem, in dem die negativen Auswirkungen des Verkehrs auf Gesundheit, Umwelt und Klima auf ein Minimum reduziert werden. Auch die 12 Forderungen, die das Netzwerk der Grazer Mobilitätsinitiativen ausgearbeitet hatte, wurden verlesen.

Genau diese Forderungen stehen auch im Mittelpunkt der Kampagne, die mit der Parade gestartet wurde. Die Kampagne "MoVe iT - Mobilität und Verkehr in Transformation" wird in den nächsten Monaten Unterschriften sammeln, Veranstaltungen organisieren, Aktionen starten, aktive Medienarbeit betreiben und den Dialog mit Politik und Verwaltung suchen.

Das Kickoff-Treffen zur Kampagne findet am 5. April ab 16:00 Uhr im Schubertnest (Harrachgasse 21) statt. Willkommen sind alle, die sich für nachhaltige Mobilität in Graz engagieren wollen. > Details und Anmeldung

Fotos zur Parade: https://www.facebook.com/pg/grazverkehr/photos